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Gerettet
von Edward Bond // Schauburg München

Premiere: Samstag, 13.06.2009 19:00 Uhr, Schauburg München

Deutsch von Klaus Reichert

Inszenierung: Alexander May
Bühne: Isabelle Kittnar
Kostüme: Monika Staykova

 

Besetzung

Vanessa Jeker, Marion Niederländer,  Marie Ruback, Butz Buse, Markus Campana, Johannes Klama, Anton Schneider, Ullrich Wittemann



 

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Inhalt

Diesen Titel („Saved“) gab Edward Bond seinem 1965 uraufgeführten Stück. Man kann einen positiven Ausgang erwarten. Da von Rettung die Rede ist, scheint die Geschichte offensichtlich letzten Endes gut auszugehen. Diese Hoffnung erfüllt der Autor. Aber auf eine differenzierte Art, wie Literatur es tun kann. Eine einfache Antwort verweigert er.


Die enttäuschte Erwartungshaltung war sicher ein Grund, warum die Uraufführung am Royal Court Theatre in London einen Skandal auslöste und von der englischen Theaterzensur verboten wurde. Anstoß hatte vor allem die Szene erregt, in der eine Clique Jugendlicher ein Baby steinigt. Auch bei der deutschen Erstaufführung an den Münchner Kammerspielen 1967 kam es zu Protesten und Tumulten im Zuschauerraum. Das Stück erregte damals die Gemüter, weil der Autor Stumpfsinn, Aggressivität und Frust unter Jugendlichen zwar aufzeigt, aber gleichzeitig die Frage nach möglichen Ursachen oder Lösungen unbeantwortet lässt. Die Tat geschieht völlig aus dem Nichts, unerklärlich, ohne erkennbares Motiv. Wie bei Kain und Abel. Oder in „Der Fremde“ von Camus.


Die Handlung des Stücks entwickelt sich aus einer Dreiecksbeziehung. Pam nimmt Len mit in die Wohnung, in der auch ihre Eltern leben. Len verliebt sich in Pam. Doch diese wendet sich Fred zu. Fred lässt Pam nach kurzem Abenteuer fallen. Pam bleibt mit einem Kind zurück. Len übernimmt die Rolle des Ziehvaters. Er liebt Pam.


Inzwischen ist Len als Untermieter ins Haus von Pam und deren Eltern eingezogen. Dies ist aber kein schützendes Heim, sondern die Alltagshölle einer desolaten Familie. Der Vater ist personifizierte Lebensenttäuschung und Traurigkeit. Die Mutter übertüncht ihre Leere mit sinnloser Umtriebigkeit. Weder Mutter noch Tochter fühlen sich ernsthaft für das Kind verantwortlich. Pam hängt an Fred, der sie hängen lässt. Aber Len liebt Pam. Nach einem Streit stellt sie den Kinderwagen mit Baby im Park ab. Fred und seine Kumpels treiben Spielchen mit Kind und Wagen, schließlich quälen sie das Baby und steinigen es. Len beobachtet das Geschehen und wagt nicht einzugreifen. Fred kommt ins Gefängnis. Mehr Veränderung ist nicht. Das Leben geht weiter. Wer wird gerettet?

 

Pressestimmen

...Am bemerkenswertesten an dieser Inszeniering aber ist die ehrliche, umwerfende Spielfreude der Darsteller... (Münchner Merkur)

 ...Alexander Mays Inszenierung an der Schauburg ist rasant und packend, seine Schauspieler erschütternd intensiv. Bis heute hat das epische Stück aus den Swinging Sixties nicht an Aktualität verloren... (Abendzeitung)

 

Fotos

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